2016/11/29

Approaching Power

Chemnitz, November/Dezember 2016

Über gefrorenes Land fahren, aus dem Zugfenster heraus, ein einsames Gebäude, eine langgestreckte weiße Halle mit Schriftzug “toys r us”. Die bunten Buchstaben verblasst oder schmutzig, ich erkenne das aus der Ferne nicht genau; an den Rändern graue Spuren, wie Tränen von denen nicht der Schmerz, sondern nur die Form geblieben ist.
Später dann, immernoch im Zug, beim Anblick der von hundert untergehenden Sonnen gefärbten Felder denken: “What a gloriously shitty day.” Zum Glück sind die Zugfenster schmutzig und trüben nicht nur das Strahlen des Abendhimmels, sondern zeigen weit hinten auch wie die Schornsteine eines Kraftwerks graue Wolken abstoßen. Approaching power. Always. Das hab ich von B. gelernt.

Comments

  • KR sagt:

    Graue Spuren wie Tränen. Das ist wohl der Chemnitz-Effekt, dem sich niemand wirklich entziehen kann, der sich einmal in den Einflußbereich der Ausstrahlung dieser Stadt begeben hat.

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