2016/01/30

Der Körper kommt nicht so schnell in den Text wie auf den Boden.

Die Worte kommen nicht so schnell auf den Bildschirm wie der Körper auf den Boden.
Der Raum trägt aber und das Eis im Glas knackt.

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2016/01/27

Sea Lavender

Tanz: Éva Fahidi, Emese Cuhorka
Choreografie: Réka Szabo

Éva tanzt. Reportage von Karin Steinberger.

2015/10/22

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2015/07/13

Still Life Moving

Hund, Besuch und M. sitzen verteilt im Wagen, ich fahre. Die Stadt bleibt innerhalb eines Augenblicks zurück. Der Harz ist so nah. Der Besuch scherzt darüber, dass eher langweilige Städte damit werben, dass der „Freizeitwert aber doch so hoch sei“. Das klingt, als habe man alle Leidenschaft verloren oder diese gegen ausreichend Luft zum Atmen eingetauscht.
Durch die Wälder und in die Hügel fahren wir, breite oft leere Straßen entlang. Auch später, auf der langen Wanderung begegnet uns kaum jemand.
Ich halte die Luft an.
Den Himmel zieht es bis hinunter auf den Asphalt. Viele Häuser sind älter und vergessen – manches steht zum Verkauf. Meine Sonnenbrille lässt die Farben satter und tiefer aussehen. Wäre das Virtuelle Realität hätte ich jetzt total immersion erreicht.
Im Wald werde ich kleiner angesichts der riesigen alten Bäume, der Felsen und der stillgelegten Bergwerke. Ich ziehe die Schuhe aus und lasse mich auf das Moos fallen. Erweiterung der Berührungsfläche, successful interface.
Das letzte Jahr sitzt mir noch etwas im Körper und in der Sprache. Dabei schaue ich hauptsächlich verwundert zurück. Nach manchen Beziehungen reibt man sich die Augen. Es ist wie morgens verschlafen vor dem Spiegel zu stehen und noch nicht ganz klar zu sehen. Um dann, mit einem Mal froh zu sein, dass man dort im Spiegel tatsächlich auf sich selbst zurückblickt und sich nicht mehr das Bild eines Anderen/einer Anderen auf den eigenen Körper legt.

2015/06/12

Es ist 21:48 Uhr.
Ich sitze mit einer Flasche Ketchup, einer Flasche alkoholfreiem Bier und einer Schüssel voll unangetastetem grünem Salat vor dem Haus.
Es ist genau die kurze Zeitspanne des Tages, die auf der Kippe steht.
Es ist weder Tag noch Nacht – doch die Farben verblassen langsam.
Ich versuche stets den Zeitpunkt festzumachen an dem es kippt, der an dem sich alles ändert.
Es gelingt mir nicht.
Noch fliegen Schwalben und Fledermäuse gleichzeitig. Ich schaue auf den Bildschirm, ich schaue nach oben, vielleicht steht da jetzt schon ein Stern. Ich weiß, dass dort immer Sterne stehen, aber wissen und wahrnehmen sind zwei unterschiedliche Dinge.

Ich wünsche mir eigentlich nie, ich würde rauchen.
Aber jetzt tue ich es – zumindest als Idee, als Vorstellung. Ich könnte eine Zigarette drehen; das Papier auseinanderfalten, den Tabak hereinfallen lassen, die Stärke zwischen meinen Fingern justieren, die Klebschicht anlecken, mit der Zunge vorsichtig über die Gummierung fahren, schmecken, innehalten, kleben; dann die Zigarette zum Mund führen, zwischen die Lippen bringen, anstecken – das Feuer flackert leicht, aber vor allem blau.
Ich würde Rauch einatmen, einhalten, mit dem Rauch etwas von der Welt anhalten, in mir anhalten, und es dann leicht verändert wieder ausatmen.
Liebe, Welt – an einem Abend wie diesem sind alle Atome gleich Sprengstoff.

Hello summer, I’ve seen plenty, I’ve seen none before.

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