2014/09/17

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2014/09/13

Wann fing das eigentlich an, dieses Bedürfnis die Dinge zusammenhalten zu müssen? Mit der Verantwortung für das Kind oder mit der ernstzunehmenden Erwerbsarbeit?
Ich frage mich das, seit ich in der Wohnung sitze, die sich der Kontrolle entzieht. Die Wohnung, die nicht schnell fertig zu stellen und herzurichten ist, und in die ich wahrscheinlich aus genau diesen Gründen eingezogen bin. Ich bin vor Ewigkeiten, wie so einige, aus einer westdeutschen Sauberkeit geflohen, aus dem Fertigen, von den Schrankwänden und dem Stolz der blankpolierten Einbauküchen, den gestärkten Gardinen und den ordentlichen Vorgärten weg. Hauptsächlich, weil ich mich echt fühlen wollte, ziemlich kaputt und manchmal auch glücklich, aber das Kaputte sollte sich spiegeln dürfen im Außen. So sehr hatte ich genug von all dem Wegwischen und unter den Teppich kehren, dass ich die gesamten Neunziger überhaupt nicht saubergemacht habe. Möbel gab es auch nicht. Das Umziehen, das Umherziehen musste schnell gehen. Meine Mutter sagte später einmal, “Du lebst wie wir kurz nach dem Krieg, mit den zusammengesuchten Sachen, alles so alt und voller Gebrauchsspuren. Davon wollten wir weg. Von der Zerstörung.”

Seit ein paar Jahren denke ich, ich muss fertig werden. Ich weiß nicht mal, womit. Was ich eigentlich weiß ist, dass niemand je fertig wird. Alles ist immer Provisorium. M. sagt, Fertigwerden ist Übersprungshandlung. Für die ganze Verantwortung, die man plötzlich trägt oder fühlt und dabei weiß man ja immernoch nicht genau, wie alles geht, weil auch das niemand je weiß. Ich erinnere, wie im letzten Jahr eine Freundin zu Besuch kam, die ich lange nicht gesehen hatte, und wie ich mich entschuldigte, dass es bei mir unordentlich sei. Sie hat mich ausgelacht und gefragt, was passiert sei. Nicht mit der Wohnung, sondern mit mir. Und da hab ich zum ersten Mal überlegt, was und wie es mir abhanden gekommen ist.

Der Umzug fördert einiges zutage, einen Wolfgang Tillmans Band aus den frühen Neunzigern und eine Fotokiste, die die letzten drei Jahre hinter einen Schrank gerutscht war. Ich sehe Bild um Bild an und merke, wie sehr ich von dieser Ästhetik geprägt bin. Von einer, die nicht schön sein will, die vom Menschlichen erzählt, auch und gerade im Müden, Schmutzigen, im Alltäglichen – ohne jedoch so eine vice-upfuckedness daraus zu machen. Ich hätte gern einen instagram Nebenstream – einen, der das abbildet, was so sorgsam weggeräumt wird. Ich bin die Professionalisierung des Alltags, des Aussehens, des Essens so leid. Die alten Bilder fühlen sich viel echter an, als das meiste, was ich täglich sehe. Und plötzlich fühle ich mich alt und müde – wie aus der Welt gefallen einsam. Nicht so sehr der Bilder wegen, sondern aufgrund dieser Gedanken.

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2014/09/07

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2014/09/01

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2014/08/27

Object Orientation

“At first, it appears that nothing could be easier than seeing. We just point our eyes where we want to go, and gather in whatever there is to see. Nothing could be less in need of explanation. The world is flooded with light, and everything is available to be seen. We can see people, pictures, landscapes, and whatever else we need to see, and with the help of science we can see galaxies, viruses, and the insides of our own bodies. Seeing does not interfere with the world or take anything from it, and it does not hurt or damage anything. Seeing is detached and efficient and rational. Unlike the stomach or the heart, eyes are our own to command: they obey every desire and thought.

Each one of those ideas is completely wrong. The truth is more difficult: seeing is irrational, inconsistent, and undependable. It is immensely troubled, cousin to blindness and sexuality, and caught up in the threads of the unconscious. Our eyes are not ours to command; they roam where they will and then tell us they have only been where we have sent them. No matter how hard we look, we see very little of what we look at. If we imagine the eyes as navigational devices, we do so in order not to come to terms with what seeing really is. Seeing is like hunting and like dreaming, and even like falling in love. It is entangled in passions–jealousy, violence, possessiveness; and it is soaked in an affect–in pleasure and displeasure, and in pain. Ultimately, seeing alters the thing that is seen and transforms the seer. Seeing is metamorphosis not mechanism.”

The Object Stares Back, James Elkins.

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