2015/05/18

Am späteren Morgen kocht der Sojadrink über. Ich bin ganz in der Nähe und dennoch verpasse ich den Moment an dem ich den Topf von der Kochstelle hätte nehmen sollen. Es fühlt sich an, wie einen Absprung zu verpassen. Es geht eine Menge daneben. Gestern Abend hat M. noch die Glaspatte gereinigt, so dass sie wieder glatt und dunkel spiegelt. Der Herd ist ein Geschenk der neuen Liebe. Es wurde bereits mit alten Lieben daran gekocht. Ich finde die Vorstellung ganz gut, dass die Dinge weitergehen und weitergegeben werden.

Dem Kaffee sieht man das Überkochen nicht an.

Ich lese derzeit noch einmal „The Ethical Slut“ und empfinde, mehr noch als beim ersten Lesen, dieses Buch als sehr empfehlenswert für alle möglichen menschlichen Beziehungen. Die Grundgedanken, nämlich möglichst offen und ehrlich ohne Erwartungshaltung zu kommunizieren, sich von symbiotischen Beziehungsvorstellungen zu lösen und in Netzwerken oder Affiliationen und nicht in exklusiven Zweierbünden zu denken und zu handeln, kommen mir nicht nur zupass, wenn ich mich als polyamouröus verorte. Den Umgang mit Ex-Lieben und neuen Lieben, auch Parallellieben oder intensiven Freundschaften, den mir der HeteroMonogamMainstream vorgibt, möchte und mochte ich nie haben. Ich will Menschen, und vor allem andere Frauen*, nicht in Konkurrenz setzen und möglichst wenige Ausschlüsse produzieren. Was ich schätze an der Auseinandersetzung mit Modellen jenseits gängiger Normen ist, dass ich nichts als gegeben hinnehmen kann. Ich muss mit den Menschen um mich herum sprechen und ich muss genau zuhören lernen. Dass muss ich ja eigentlich immer. Allerdings wird dies umso sichtbarer, je weiter ich vorherrschende Referenzsysteme verlasse.

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2015/04/13

A love

like the Atlantic ocean.
Everything that counts lies beneath the surface. Sometimes I don’t know whether to keep my eyes closed or open. I tend to forget to breathe. Maybe I have become like the water, salty and solid – but only when moved too fast. At other times, I know I have to come up. In what states of aggregation do I count? There is no diffraction up here, except in the drops of water that are slowly drying on my skin. After all this time I ask myself where have we been?

2015/04/09

“I had lost faith in predictable stories*.”

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(*from What I loved by Siri Hustvedt)

2015/04/08

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One of our return flights got cancelled, so we had to drive to the airport to find alternatives. I guess you have to be careful for what you wish for.
When we drove back to the house, this song was blasting from the car’s stereo. On the way up the steep tiny road, we met one of our farmer neighbors. We greeted each other, he suddenly smiled, sayed something in Portuguese and then added “the Boss.”

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2015/04/06

Loslassen üben klingt nach Küchentischpsychologie; singende Disney Prinzessinnen erscheinen als Meme auf der Suche nach Worten, die beschreiben können, wie es ist Distanz einzunehmen.

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Auf der Insel hier ist es nie still und immer still. Ich höre keinen Autolärm, keine Großstadt, keine Gespräche – dafür stellt sich das Meer nie ab, nachts bellen Hunde, Katzen kämpfen und ein Hahn kräht den Morgen herbei. Und der Wind. Der Wind trägt ab und auf, schichtet um, legt sich still und erwischt mich dann von hinten. Nachts im Halbschlaf, wenn die Haut ganz dünn ist, hoffe ich, dass die Behausung hält. Tagsüber steige ich auf Berge, die gar nicht so hoch sind, aber hoch genug um zu überblicken. Wie ein Quilt breiten sich Felder, Atlantik und Horizont vor mir aus. Ein Gewebe aus Geschichten ist auch das letzte Jahr. Einige Fäden lassen sich weiterführen, andere laufen ins Nichts. Maybe some have been other people’s stories all along.
Die Geschichten und der Sinn derselben entstehen erst im Rückblick, wenn überhaupt.

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